Oft lesen wir die Inhaltsstoffliste einer Creme oder eines Serums und stellen fest, dass wir von manchen Bestandteilen noch nie gehört haben. Ein Beispiel dafür sind Exosomen: In letzter Zeit werden Exosomen immer häufiger in Cremes eingesetzt – doch ist das nur ein Trend oder vielleicht tatsächlich sinnvoll – Exosomen in Cremes einzusetzen. Mit Hyaluronsäure, Peptiden und Retinoiden sind wir inzwischen recht vertraut. Doch was sind Exosomen eigentlich? Wie sinnvoll sind sie, wo werden sie eingesetzt und wie sicher sind sie? Im Folgenden gehen wir diesen Fragen genauer nach.
Was sind Exosomen?
Zunächst klären wir, was Exosomen im Zusammenhang mit der Hautpflege eigentlich sind. Ein Exosom ist ein mikroskopisch kleines Lipidvesikel. Ein Vesikel besitzt außen eine Lipidhülle und enthält im Inneren verschiedene Moleküle. Nicht jedes dieser Vesikel kann wissenschaftlich korrekt als Exosom bezeichnet werden. Deshalb wird in der Fachliteratur häufiger der übergeordnete Begriff „extrazelluläre Vesikel“ (EVs) verwendet.
Die Rolle von Vesikeln einfach erklärt
Die Hauptaufgabe von Vesikeln, zu denen auch Exosomen gehören, besteht darin, Lipide, Nukleinsäuren und Proteine zwischen Zellen zu transportieren. Vereinfacht gesagt funktionieren sie wie winzige Kuriere zwischen den Zellen: Sie transportieren Stoffe und übermitteln Signale von einer Zelle zur anderen. Wenn die Haut beispielsweise Kollagen neu bilden oder sich schneller regenerieren muss, geht man davon aus, dass Exosomen an diesen Prozessen beteiligt sind. Bildlich gesprochen funktionieren sie dabei wie eine interne Zellpost, die Signale oder benötigte Bestandteile übermittelt und damit bestimmte Prozesse anstoßen kann.
Wie entstand die Idee, Exosomen für die Haut zu nutzen?
Die Idee, Exosomen in der Hautpflege einzusetzen, ist eine logische Weiterentwicklung der Forschung zu den Eigenschaften extrazellulärer Vesikel. Wenn diese „Kuriere“ dazu beitragen, dass Zellen Signale für Regeneration und andere wichtige Prozesse erhalten, liegt die Frage nahe, ob die äußerliche Anwendung extrazellulärer Vesikel auch Prozesse in der Haut beeinflussen könnte.
Die zugrunde liegenden biologischen Prozesse sind allerdings wesentlich komplexer. Diese vereinfachte Darstellung soll lediglich ein grundlegendes Verständnis dafür vermitteln, was Exosomen möglicherweise bewirken und warum sie als kosmetische Inhaltsstoffe untersucht werden.
SASP: ebenfalls Signalmoleküle, aber mit einem Unterschied
Neben Exosomen gibt es im Körper auch seneszente Zellen, die manchmal als „Zombie-Zellen“ bezeichnet werden. Unter dem Einfluss von Sonnenstrahlung können sich lichtbedingte Hautschäden ansammeln; auch Stress, Luftverschmutzung und andere negative Faktoren können die Haut beeinflussen. Manche Hautzellen stellen unter solchen Belastungen ihre Teilung ein. Sie sterben nicht ab, sondern verbleiben im Gewebe, ohne entfernt zu werden, und beginnen mit der Zeit, eine andere Art von Signalmolekülen freizusetzen, die als SASP bezeichnet wird. Wichtig ist dabei, dass SASP eine andere Funktion als EVs hat. Unter SASP versteht man verschiedene Signalfaktoren, die von seneszenten Zellen freigesetzt werden und Entzündungsprozesse fördern sowie das Verhalten umliegender Zellen beeinflussen können.
Wie gelangen Exosomen in Kosmetikprodukte?
Exosomen, die in Hautpflegeprodukten verwendet werden, durchlaufen einen relativ langen Prozess. Zunächst werden EVs isoliert, anschließend gereinigt und zu einem Konzentrat verarbeitet. Dieses Konzentrat wird stabilisiert und danach als Suspension, Flüssigkonzentrat oder Gel in die kosmetische Grundlage eingearbeitet. In der Kosmetik werden pflanzliche Exosomen eingesetzt, während gleichzeitig auch Exosomen tierischen Ursprungs wissenschaftlich untersucht werden.
Worin unterscheiden sie sich?
Exosomen für die Hautpflege können pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sein. Pflanzliche Exosomen werden aus Pflanzenzellen isoliert, beispielsweise aus Centella asiatica, Brokkoli, Argan, Apfel oder Trauben. Heute werden pflanzliche Exosomen unter anderem in Cremes und anderen topisch, also äußerlich angewendeten Produkten eingesetzt.
In der ästhetischen Medizin gibt es außerdem Anwendungen mit Exosomen menschlichen Ursprungs, darunter solche, die aus Stammzellen der Nabelschnur gewonnen werden. Einige davon werden injiziert. In den USA gibt es derzeit jedoch keine von der FDA zugelassenen Exosomen-Produkte für medizinische Anwendungen.
Viele Exosomen-Cremes für die Haut enthalten also pflanzliche Exosomen. Nach dem derzeitigen Stand der Forschung werden solche Produkte unter anderem im Hinblick auf folgende mögliche Effekte untersucht:
- Reduzierung sichtbarer Schwellungen und Rötungen
- Feuchtigkeitsversorgung der Haut
- ein optisch ebenmäßigeres Hautbild
Zusammengenommen gehören diese Beobachtungen zu den Effekten, die im Zusammenhang mit dem kosmetischen Einsatz extrazellulärer Vesikel diskutiert werden. Sie belegen jedoch keinen allgemeinen Anti-Aging-Effekt für jede Exosomen-Creme. Vielmehr handelt es sich um potenzielle Wirkungen, die weiterhin untersucht werden, und nicht um garantierte Ergebnisse.
Welche Wirkungen von Exosomen auf die Haut werden untersucht?
Eine zentrale Eigenschaft von Exosomen in der Hautpflege ist ihre Fähigkeit, biologisch aktive Substanzen zu transportieren. Darauf basieren auch die potenziellen Vorteile, die derzeit in der Forschung untersucht werden. Studien befassen sich mit der Frage, wie Exosomen auf die Haut wirken können, und untersuchen mögliche Effekte auf:
- Festigkeit und Elastizität der Haut. Untersucht wird unter anderem ihr möglicher Einfluss auf Prozesse der extrazellulären Matrix sowie auf Signalwege, die mit Kollagen und Elastin zusammenhängen.
- Hautstruktur und die sichtbare Minderung feiner Linien. Einige klinische Studien haben nach der Anwendung von EVs in Cremes entsprechende Verbesserungen beschrieben.
- Feuchtigkeitsversorgung der Haut. In einer Studie berichteten Teilnehmer nach der äußerlichen Anwendung exosomenhaltiger Cremes über eine Verbesserung des Hautzustands. Objektive Messungen unterstützten diese subjektiven Einschätzungen.
- Regenerationsprozesse. Die Forschung zu extrazellulären Vesikeln umfasst in diesem Bereich je nach Quelle und Anwendung Laborstudien, präklinische Untersuchungen und erste klinische Studien. Derzeit deuten Laborergebnisse darauf hin, dass EVs künftig eine Rolle bei der Hautregeneration und bei der Beruhigung gereizter oder entzündeter Haut spielen könnten. Dieser Bereich wird jedoch weiterhin erforscht.
Sind Exosomen also gut für die Haut? Die bisherigen Ergebnisse bedeuten nicht automatisch, dass jede Creme mit Exosomen alle genannten Effekte bewirken kann. Pflanzliche Exosomen für die äußerliche Anwendung werden jedoch zunehmend in kosmetische Produkte integriert.
Sind Exosomen für die Haut sicher?
Nach dem derzeitigen Forschungsstand wurden unerwünschte Reaktionen im Zusammenhang mit Exosomen-Produkten und entsprechenden Anwendungen, insbesondere bei Injektionen und verfahrensgestützten Anwendungen beschrieben. Mesotherapie und Needling-Behandlungen wurden in einzelnen Fällen mit Nebenwirkungen wie Reizungen oder Sensibilisierungen in Verbindung gebracht.
Vorliegende Studien zu topischen Formulierungen mit extrazellulären Vesikeln berichten im Allgemeinen über eine gute Verträglichkeit. Die verfügbaren Sicherheitsdaten sind jedoch noch begrenzt und hängen von der jeweiligen Quelle und Formulierung ab. Nach aktuellem Forschungsstand bleibt die äußerliche Anwendung von Inhaltsstoffen auf Basis extrazellulärer Vesikel ein Bereich aktiver wissenschaftlicher Forschung.
Exosomen in der Plamine Emollient Rich Cream
Ein Hautpflegeprodukt mit Exosomen ist die Emollient Rich Cream von Plamine – eine reichhaltige, pflegende Creme mit verschiedenen pflanzlichen Inhaltsstoffen. Die Exosomen in dieser Formulierung werden aus Apfel, Trauben und Argan-Kallusextrakt gewonnen.
Weitere Inhaltsstoffe der Creme
| Inhaltsstoff | Funktion in der Creme |
|---|---|
| Fleischers Weidenröschen (Epilobium fleischeri) | Wird in der Forschung mit einem potenziell positiven Einfluss auf Regenerationsprozesse in Verbindung gebracht. In einer Laborstudie wurde der Inhaltsstoff mit einer Verringerung der gemessenen Anzahl seneszenter Zellen um 52 % in Verbindung gebracht. |
| Fullerene | Ein Antioxidans, das dank der besonderen kugelförmigen Struktur seines Moleküls den Auswirkungen von oxidativem Stress wirksam entgegenwirken kann. |
| Squalan | Ein Lipid, das in Hautpflegeformulierungen eingesetzt wird, um die Feuchtigkeitsbarriere der Haut zu unterstützen. |
| Sake-Kasu-Extrakt | Eine Quelle für Aminosäuren und Mineralstoffe. |
In einer vom Hersteller gesponserten Studie wurde die Creme über einen Zeitraum von drei Monaten in einer placebokontrollierten, doppelblinden Untersuchung getestet. An der Studie nahmen Frauen verschiedener ethnischer Herkunft im Alter von 45 bis 60 Jahren teil.
Im Verlauf der Studie wurden folgende Ergebnisse berichtet:
- Die Hautstruktur verbesserte sich nach 3 Monaten um 35 %.
- Das Volumen der Krähenfüße verringerte sich um 17 %, während ihre Tiefe um 11 % abnahm.
- Die Fläche der Falten unter den Augen verringerte sich um 16 %, ihr Volumen um 11 %.
Hinweis: Diese Angaben stammen aus der eigenen klinischen Studie des Herstellers.
Wie wird die Emollient Rich Cream angewendet?
Die Creme eignet sich in der Regel am besten als letzter Schritt der abendlichen Hautpflegeroutine. Reinigen Sie die Haut, tragen Sie nach Wunsch oder entsprechend der Empfehlung Ihrer Kosmetikerin oder Ihres Kosmetikers ein Serum auf und verteilen Sie anschließend eine kleine Menge der Emollient Rich Cream gleichmäßig auf der Haut, einschließlich Hals und Dekolleté.
Bei sehr trockener Haut kann die Creme auch in die morgendliche Hautpflegeroutine integriert werden. Die pflegenden und feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffe können dazu beitragen, dass sich die Haut im Laufe des Tages weniger gespannt anfühlt.
Was sollte man beachten?
Die Emollient Rich Cream – oder jede andere Creme mit Exosomen für die Haut – sollte nicht als Wundermittel betrachtet werden. Sie ist vielmehr ein Bestandteil einer umfassenden Hautpflegeroutine und keine alleinige Lösung. Die Reinigung der Haut am Morgen und am Abend sowie ein regelmäßiger Sonnenschutz mit SPF für Gesicht, Hals und Dekolleté unterstützen langfristig ein gesund und strahlend aussehendes Hautbild.
Quellen
- "Use of Exosomes for Cosmetics Applications." Cosmetics (MDPI), 2025. https://www.mdpi.com/2079-9284/12/1/9
- Candelaria Contreras, Amin Ariza-Donado. Extracellular Vesicles in Regenerative and Cosmetic Medicine. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/42353255/
- Exosomes in Cosmetic Dermatology: A Review of Benefits and Challenges. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39761139/
- Maher et al., "Regulatory, Ethical, and Safety Considerations of Exosome-Based Therapies in Dermatology," Dermatological Reviews, 2026. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/der2.70071
- "Clinical applications of exosomes in cosmetic dermatology." PMC, 2024. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11608875/
- FDA Public Safety Notification on Exosome Products, December 2019. https://www.fda.gov/vaccines-blood-biologics/safety-availability-biologics/public-safety-notification-exosome-products
- Fullerene vs. Vitamin C: Which Antioxidant Reigns Supreme? https://www.nbinno.com/article/daily-chemical-raw-materials/fullerene-vs-vitamin-c-which-antioxidant-reigns-supreme-di


